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Di., 10. Sep. 2019

Arzt-Gebühren: Bei Notaufnahme sind Bürger gespalten

KKH-Umfrage: 38 Prozent würden das Krankenhaus trotz geöffneter Arztpraxen wählen

Paderborn. Sollten Patienten Strafgebühren aus eigener Tasche zahlen, wenn sie zu oft Arztpraxen aufsuchen? Über diesen Vorschlag diskutieren aktuell Gesundheitsexperten in Deutschland. Geht es rein um eine Gebühr für die Inanspruchnahme der Notfallversorgung ist das Stimmungsbild der Deutschen dazu gespalten: Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse sprechen sich 50 Prozent der Befragten für eine zusätzliche Gebühr aus, wenn Patienten mit Bagatellerkrankungen die Notaufnahmen blockieren. 48 Prozent sind dagegen, dass Versicherte zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Zwei Prozent haben keine Meinung dazu. „Aus Sicht der KKH sollte medizinische Versorgung keine Frage des Geldbeutels sein. Einzelne Patienten sollten nicht für ihr Verhalten sanktioniert werden“, sagt Christian Klameth vom KKH-Serviceteam in Paderborn.

Laut der Umfrage würde mehr als jeder Dritte das Krankenhaus trotz geöffneter Praxen ansteuern – auch wenn er bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden Hilfe benötigt. Von denjenigen Befragten, die in den vergangenen fünf Jahren tatsächlich mindestens einmal in der Notaufnahme waren, ging fast jeder Dritte innerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen ins Krankenhaus – auf eigene Initiative, ohne Überweisung oder Rettungseinsatz. Unter den 18- bis 29-Jährigen hätte alternativ sogar fast jeder Zweite einen Haus- oder Facharzt kontaktieren können. „Als Grund gaben mehr als 40 Prozent der Notaufnahme-Nutzer an, dass sie sich im Krankenhaus medizinisch besser versorgt fühlen als in der Arztpraxis“, so Klameth. Ein Viertel der Befragten wurde nach eigener Aussage vom Haus- oder Facharzt an die Notaufnahme verwiesen. Ebenfalls knapp ein Viertel führte als Grund an, dass Patienten dort ohne einen Termin Hilfe erhalten. 13 Prozent sagten, dass sie so kurzfristig keinen Termin in der Arztpraxis bekommen und deshalb die Notaufnahme aufgesucht hätten. Nur zwölf Prozent gaben an, dass ihre Beschwerden in der Arztpraxis nicht behandelt werden (etwa Berufsunfälle, schwere Unfälle, Fälle für Notoperationen).

„Die Umfrage zeigt, dass in Deutschland bessere Steuerungskonzepte notwendig sind und die Qualität und Erreichbarkeit der ambulanten Behandlung Betroffene gar nicht erst dazu verleiten sollte, Notfallambulanzen wegen Bagatellerkrankungen aufzusuchen“, sagt Klameth.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1.003 Personen zwischen 18 und 70 Jahren vom 2. bis 4. Januar 2019 repräsentativ befragt.

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