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Do., 06. Sep. 2018

Erste Hilfe vom Rasenretter

Ein Stückchen Elend: Diesen Rasen kann auch Jürgen Harth nicht mehr retten. Ein Stückchen Elend: Diesen Rasen kann auch Jürgen Harth nicht mehr retten. Foto: Heiko Appelbaum

Gärtnermeister Jürgen Harth ist derzeit viel gefragt

Paderborn. In den vergangenen Tagen stand das Telefon von Jürgen Harth kaum still. Verzweifelte Gartenbesitzer fragten den Gärtnermeister im Raiffeisen-Markt Paderborn im Gewerbegebiet Benhauser Feld um Rat. Die außergewöhnliche Trockenheit hat vielen Pflanzen in der Region den Garaus gemacht. Oft am sichtbarsten betroffen: Der Rasen.

Dank seiner Fachkenntnis gilt Jürgen Harth als „Rasenretter“. Wenn die Witterung allerdings so extrem zuschlägt, wie in diesem Sommer, ist er mitunter auch machtlos.
„Rasen ist allgemein sehr robust“, weiß der Gärtnermeister. „Kommen aber mehrere ungünstige Faktoren zusammen, kann es eng werden.“ Dennoch rät er aktuell den Gartenbesitzern, Ruhe zu bewahren. „Wenn es bald wieder regelmäßigen und ausreichenden Niederschlag gibt, können sich Rasenflächen durchaus erholen. Eine generelle Aussage kann man jedoch nicht treffen.“


Wer die braunen Rasenflächen in seinem Garten nicht mehr ertragen möchte, sollte strategisch vorgehen. Jürgen Harth verrät seinen Drei-Stufen-Plan: „Zunächst muss der verbliebene Rasen sehr kurz gemäht werden. Es folgt ein flächendeckendes Vertikutieren und dann die Nachsaat. Um zukünftig auf einen Blick erkennen zu können, ob der Boden feucht genug ist, kann man einfache Blumenerde aufbringen. Ist diese dunkel, reicht die Bodenfeuchte aus. Wird sie hellbraun, muss bewässert werden.“


Ohnehin ist Wasser in dieser Saison eindeutig der begrenzende Faktor gewesen. Aber auch bei der künstlichen Bewässerung kann man Fehler machen. Jürgen Harth: „Man sollte bei andauernder Trockenheit morgens rund 10 Liter pro Quadratmeter ausbringen. Wenn man weniger Wasser verwendet, sickert es nicht tief genug ein, was dazu führt, dass die Wurzeln sich zur Bodenoberfläche hin orientieren. Tiefes Wurzeln ist für gesunden Rasen aber ganz wichtig.“ Sehr gefragt sind derzeit auch Rasensorten, die mehr als ein Meter lange Wurzeln entwickeln und damit tiefere Wasserhorizonte erreichen.


Wer seinem geschädigten Rasen darüber hinaus etwas Gutes tun will, sollte mit Kalium düngen. „Kalium ist für den Wasserhaushalt von Pflanzen wichtig“, sagt Jürgen Harth. „Die Trockenheit hat die Kaliumreserven in den Pflanzen größtenteils aufgezehrt, sodass man nun nachhelfen sollte.“ Wie robust der eigene Rasen wirklich ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Dass der Sommer 2018 für alle Pflanzen enorm viel Stress bedeutete, kann Jürgen Harth bestätigen. Dieser Stress überträgt sich in gewissem Maße auf den Gärtnermeister. Er geht davon aus, dass sich Ratsuchende noch bis zum Herbst vermehrt an ihn wenden.

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